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Billie Ray & the Wild

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1971 übernahmen Vater und Mutter Krutzsch das ehemalige „Haus Walter“ in Werdohl.

Mit einer Speisekarte, die 120 Gerichte umfasste, wurde das „Alt Werdohl“, wie das Restaurant inzwischen umgetauft worden war, bald zu einer bekannten Adresse im Märkischen Kreis.

Als der Vater 1979 starb, wurde das ALT WERDOHL noch einige Jahre als Restaurant von Mutter Krutzsch und den beiden Söhnen Jürgen (Pöngse) und Axel weitergeführt.

Da Pöngse aber schon die ganzen Jahre in der Musikszene (keine Kirchenmusik, - mehr so Rock´n´Roll) tätig gewesen war (u.a. als Gitarrist der Progressive-Rockband TIBET), kamen mit der Zeit immer mehr „langhaarige Bombenleger“ ins Lokal. Um die honorigen Essensgäste nicht zu stören, zog Pöngse bald mit der ganzen Clique um in ein kleines Nebenzimmer mit eigener Theke und betrieb dort fortan die erste Musikkneipe Werdohls. Teilweise trafen sich dort über 10 verschiedene Nationen auf ca. 25 Quadratmetern, und Stress war trotzdem so gut wie unbekannt. Viele der damaligen Stammgäste werden ihren Enkeln noch Anekdoten aus der kleinen Pinte erzählen. Es kamen sogar Dankschreiben aus England, Irland, der Türkei und (kein Scherz) aus Kanada (O-Ton: „für die beste Kneipe in Europa!“). Und das waren ausnahmsweise keine „langhaarigen Bombenleger“, sondern honorige kanadische Geschäftsleute, die sich auf einem Europatrip nach Werdohl verirrt hatten und dann auch noch versehentlich ins Mekka der internationalen Drogenszene geraten waren (sprich: Pöngses kleine Kneipe).

Das mit der Drogenszene stammte übrigens von den honorigen Werdohler Bürgern (oder vielmehr solchen, die sich dafür hielten), die aber zumeist das Lokal nie betreten hatten - aber man wusste ja, was diese Langhaarigen so treiben. Daher entging ihnen auch, dass sich der Drogenkonsum in der kleinen Kneipe hauptsächlich auf Alkohol und Tabak beschränkte. Wenn jemand mit etwas Verbotenem erwischt wurde (oder auch nur damit in Verbindung gebracht wurde) gab´s sofort Lokalverbot. Pöngses kleine Kneipe war wohl damals das Lokal mit den meisten ausgesprochenen Lokalverboten in Werdohl. Aber das wussten die Honorigen ja nicht. Und so saßen sie wohl meistens mit den „Verbotenen“ in den anderen Kneipen Werdohls und dachten sicher, das seien wohl honorige Langhaarige (der Verfasser hofft noch nachträglich, dass die Honorigen dort mit den Verbotenen keine Zigaretten geraucht haben, denn dann hätten sich die Honorigen ja auch strafbar gemacht, obwohl sie ja immer noch glaubten, dass alle Verbotenen nur bei Pöngse säßen). Dieses Stigma (als vermeintlicher Vorreiter der Werdohler Drogenkultur) ist Pöngse auch bis heute nicht losgeworden, obwohl er nachweislich in seinem ganzen Leben überhaupt noch nie irgendetwas geraucht hat. Doch halt – und hier muss der Verfasser eine Einschränkung machen – Pöngse hat zumindest damals jeden Abend wohl an die drei Schachteln passiv geraucht und bis heute keinen Pfennig dafür bezahlt. Vielleicht bezahlt er´s ja dereinst mit einer Verkürzung seiner Lebenszeit (Gerechtigkeit muss schließlich sein). Deswegen ist ihm das Anti-Raucher-Gesetz auch ziemlich schnurz (O-Ton Pöngse: Wegen denen fange ich das Rauchen heute auch nicht mehr an.) Und außerdem war er mit der Droge Alkohol (ach, ist das auch `ne Droge?) immer ganz gut befreundet (manche Enkel werden´s noch erfahren und die Honorigen haben‘s ja schließlich immer gewusst…)

Kurz und schlecht: irgendwann kamen so viele Langhaarige (inzwischen waren sogar auch schon Kurzhaarige darunter – wie musste das jetzt wieder auf die Honorigen wirken?), dass alle nicht mehr in die kleine Kneipe passten. Auch aus den umliegenden Städten kamen jetzt immer mehr Jugendliche (und das ist hier mal ganz wertfrei gemeint), und wenn die dann von der weiten Reise müde waren, hatten sie zum schlafen nur noch Platz auf der Fensterbank oder auf dem Flipper. Das konnte so nicht weitergehen! Inzwischen kamen auch nicht mehr so viele Honorige in das Restaurant (das ja nur durch den Flur von der kleinen Kneipe getrennt war). Vielleicht fürchteten sie, irgendwann doch noch ein Haar in der Suppe zu finden (wie ist das denn jetzt gemeint?). Sie hatten ja noch gar nicht gemerkt, dass die Haare der Langhaarigen inzwischen viel kürzer geworden waren. Teilweise kürzer als ihre eigenen (übrigens nicht weniger verdächtig!). Was die Honorigen auch noch nicht gemerkt hatten, dass inzwischen in der kleinen Kneipe auch Honorige verkehrten (allerdings sahen die das Leben nicht so verkniffen, wie die Ur-Honorigen). Darunter Ärzte, Rechtsanwälte, Unternehmer, auch schon mal ein Pastor (eben die üblichen Verdächtigen). Keine Angst Leute - hier werden keine Namen genannt und auch nicht die dazugehörigen Geschichten (obwohl – über ein kleines Schweigegeld könnte man schon nachdenken). Jedenfalls beschlossen die Krutzschens eines Tages: „So! Getz (das kann man im Sauerland ruhig mit „g“ und hinten ohne „t“ schreiben), also getz gibt´s hier nix mehr zu essen. Höchstens noch für de Familie und für´n Hund (kann aber sein, dass der damals schon tot war). Und dann hauen wir im Restaurant ´n paar Wände weg und machen ´ne Halle draus!“

Aber ´ne Halle wurd´s dann doch nicht, und das war wohl auch nur ´ne Idee von Pöngse. Der wollte das Lokal dann „Lujah“ nennen. Und wenn´s wirklich ´ne Halle geworden wär, hätte man´s ja „HALLELUJAH“ nennen können (ach quatsch, vergiss es!)

Ab 1986 gab´s dann in der vergrößerten Musikkneipe erstmals auch live-music. Und im Laufe der Jahre haben hier auch schon ne ganze Menge honoriger Musiker gespielt (wobei das „Honorige“ getz wieder anders gemeint ist, als bei den Honorigen, die sich dafür hielten)

Alles unter www.kunnze-ma-kacken.de (Quatsch, gemeint ist natürlich: www.kannze-ma-kucken.de). Manchmal schlägt der Dreckfuhlerteufel dem Leben wirklich ´n Fass ab, oder so).

Ach, Leute – ich könnte Euch noch so viel erzählen von Pöngse und den ganzen Kasperköpfen, aber schaut doch lieber mal selber ´rein!

 

 
Pöngse fragt:
Wie heißt der Affe mit Vornamen?
 
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